Liebe Experten,

in einer Partitur (SATB, nix besonderes) möchte ich an der ein oder anderen Stelle einfach einen Akkord auf einer "Harmonisationsspur" hinterlegen. Habe das kürzlich im Wagner-Museum Bayreuth bestaunt, dass der Großmeister tatsächlich in einigen Vorentwürfen an der ein oder anderen Stelle "nur" eine Melodie ausgeschrieben hatte und darunter, quasi wie in einem bezifferten Baß, als Idee in einem System einen Akkord zur späteren Ausarbeitung notiert hat.

Habe mit capella diesen "Aufbau einer Kompositionwerkstatt" nachgebaut. Oben prangen jetzt S/A und T/B und darunter eine Klavierspur mit G- und f-Schlüssel. So weit so gut.

Gebe ich jetzt einen Akkord in weiter Lage per schrittweise Eingabe über die Miditastatur ein, so läßt sich kein Splitpunkt hinterlegen. 

Hat jemand für diese besondere Ausgangslage ein "Workaround"?

Hoffe, es ist klar genug geworden, worum es mir geht.

(Den Akkord irgendwie in enger Lage zu notieren macht ja gerade bei einem Chorsatz bei weitem nicht die ursprüngliche Idee deutlich. Das Fortschreiten der Stimmen bekomme ich meist rekonstruiert. Aber mir würde das "Timbre" bei einer Chorpassage natürlich sofort wieder auf die Sprünge helfen, wenn ich dann nach 2 Wochen oder so die Arbeit an dieser Stelle eines Chorsatz wieder aufnehme...)

Hat dazu jemand eine Idee?

Eine rhythmische Eingabe ist nicht erforderlich. Da gäbe es zwar einen Splitpunkt, aber das bringt den Kompositionsfluß dann rasch zum Erliegen, weil naturgemäß so der Parameter Klangfarbe zu schnell technisch verdeckt würde. Und weil die Ideen flüchtig sind, brauche ich da fix eine Eingabe mit Splitpunkt :-)

Ideen?
Danke für's Mitdenken!!
Pit

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Antworten

  • Hallo Peter,

    verstehe ich dein Anliegen richtig? Du möchtest für die schrittweise Eingabe per MIDI-Keaboard (Strg-K; und nicht rhythmisches Einspielen mit Alt-F9) eine Funktion, die dir einen gegriffenen Akkord gemäß eines Splitpunktes auf zwei Notenzeilen verteilt. Mir fallen zwei Workarounds ein (die allerdings beide etwas "Work" erfordern - sprich Nacharbeiten):

    1. Rhythmisches Einspiel mit Nacharbeiten:

    Ergänze die beiden Harmoniezeilen im Notensystem, setze den Cursor in die obere Zeile und starte das rhythmische Einspielen. Wähle den Splitpunkt so, wie du ihn haben willst. Folge der Anleitung (Metronom initialisieren etc. - wie es in dem Dialog erklärt wird). Jetzt startest du das rhythmische Einspielen und spielst du die Akkorde nacheinander möglichst sauber angeschlagen in der gewünschten weiten Lage - Rhythmus kannste erstmal vernachlässigen. Nach Ende des Einspiels könnte es etwa so aussehen:

    12439404463?profile=RESIZE_710x

    Was jetzt als Nacharbeit zu tun ist: Die Längen der Noten korrigieren: Cursor vor die jeweilige Note setzen und mit > bzw. < den Notenwert so lange vergrößern und verkleinern, bis er passt. Ggf. auch überflüssige Pausen löschen, Noten mit Haltebogen verlänern etc...

    2. Schrittweise Eingabe mit anschließender Aufteilung auf zwei Notenzeilen

    Erweitere das Mustersystem um zwei Notenzeilen für deine Harmonie-Notizen. Tipp: schiebe sie so eng zueinander, dass zwischen die beiden Liniensysteme genau eine Hilfslinie passen würde (wo man das eingestrichene c notiert):

    12439405092?profile=RESIZE_400x

    Setz den Cursor im Notenblatt in die obere der beiden Harmoniezeilen und gib die Noten mit schwittweiser Eingabe über das MIDI-Keyboard ein. Es Erscheien Akkorde, die teilweise sehr weit aus der oberen Notenzeile herausragen und in die untere Zeile hineinreichen.

    12439406695?profile=RESIZE_584x

    Beim Lesen hilft jetzt die enge Anordnung der Notenzeilen: die tiefen Noten ragen in die untere Notenzeile rein, genau an die Stellen, wo sie im Bassschlüssel notiert werden würden (nur die dicken Hilfslinien und die Notenhälse stören).

    Nach der Eingabe startet die Nachbearbeitung: Starte das Plugin "Akkorde aufspalten":

    12439408086?profile=RESIZE_584x

    Setze die Parameter wie im Bild. Dadurch werden die Akorde in drei Stimmen aufgeteilt: die oberen beiden mit jeweils einer Note, die untere mit Akkorden mit jeweils zwei Notenköpfen:

    12439409459?profile=RESIZE_584x

    Wichtig: Die obere Notenzeile hat jetzt drei Stimmen, die untere ist leer. Das ändern wir jetzt: Kopiere die Akkorde der unteren Stimme in die untere Notenzeile und lösche in der oberen Notenzeile die untere Stimme (deren Inhalt wir gerade in die untere Zeile kopiert haben) - je nach Einstellung in den Optionen musst du noch die Oktavlage korrigieren. Das Zwischenergebnis:

    12439411299?profile=RESIZE_584x

    Jetzt kommt der Cursor in die untere Notenzeile und der Akkorde-Aufspalten-Dialog wird noch einmal (Strg-R) aus geführt, und zwar mit diesen Parametern:

    12439411897?profile=RESIZE_584x

    Jetzt kann man auch im Mustersystem die Notenzeilen weiter auseinanderziehen und ggf. die Halsausrichtung so anpassen, wie es für vierstimmigen Choralsatz üblich ist:

    12439412300?profile=RESIZE_584x

    Im Ergebnis gibt es zwei Unterschiede zwischen den beiden Varianten: Bei der ersten (Rhythmisces Einspiel mit Splitpunkt und Nachbearbeitung) wird hart an einem Splitpunkt geteilt. Dafür kann man mit dieser Variante auch 3- oder 5-stimmige Harmonie notieren. Bei der zweiten Variante (schrittweise Eingabe mit Aufspaltung durch Plugins) können sich die Stimmen recht frei bewegen. Es ist aber wichtig, dass jeder Akkord vierstimmig ist - sonst musst du in Kauf nehmen, dass evtl. die unterste Stimme leer bleibt oder Akkorde enthält.

    Ich hoffe, da ist was passendes für deinen Anwendungsfall dabei...?

    Viele Grüße, Martin 

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